Der Anbau von Erdbeeren

Bodenbearbeitung des Feldes mit einer Fräse

In Durmersheim sind Boden und Klima besonders gut geeignet für den Anbau von köstlichen Erdbeeren. Die Erdbeerpflanze liebt einen möglichst leichten, sandigen Boden ohne Staunässe und ein Klima mit viel Wärme und ohne allzu extreme Niederschläge während der Ernte. In unserem Betrieb wird mit der Bodenbearbeitung für die Anlage eines neuen Erdbeerfeldes bereits im Juli begonnen. Zunächst wird die Vorfrucht (in der Regel Kleegras) abgemulcht und dann wird mit Grubber oder Pflug die lockernde Bodenbearbeitung durchgeführt. Nachdem das Feld gedüngt wurde, erfolgt noch die Feinbearbeitung mit der Kreiselegge.
Dann werden mit GPS-Unterstützung schnurgerade Dämme gezogen. Ab Anfang August werden dann per Hand auf jedem Damm 2 Reihen mit Erdbeerpflanzen gepflanzt. Der Abstand zwischen den Pflanzen liegt je nach Sorte zwischen 27 und 42 cm.
Im Frühjahr – während der Erdbeerblüte – wird eine dicke Strohschicht ausgebracht. Dies verhindert, dass die Früchte bei Regen nicht sandig werden und vor allem, dass die Früchte nie in der Nässe liegen, denn sonst würden sie sehr schnell anfangen zu faulen. Sobald die ersten Früchte reif sind beginnt das Pflücken. Gleich nachdem der Tag mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht, beginnt die Ernte der leckeren Früchte. Früh am Morgen ist es noch kühl und somit sind die Früchte nicht so empfindlich wie in der Mittagshitze. Gepflückt wird ausschließlich per Hand und direkt in die Schale. Die Pflücker wählen die reifen Früchte schonend aus und sortieren direkt auf dem Feld nach Qualität und Größe in die jeweilige Schale. Danach werden die Erdbeeren direkt auf den Hof transportiert und dort verwogen. Die Früchte, die für den Verkauf über den Handel vorgesehen sind, werden noch palettiert und sofort ins Kühlhaus gestellt. Beim Ab-Hof-Verkauf und an den Verkaufsstellen erhalten unsere Kunden dann die tagesfrischen Erdbeeren!

Bodenbearbeitung mit einem Pflug

In der Regel dauert die Erdbeerernte rund 7 bis 8 Wochen. Während der Haupternte werden die Felder entsprechend des Reifeverlaufs der Sorten alle 2 bis 3 Tage einmal komplett durchgepflückt, damit keine Früchte überreif werden und faulen.
Nach dem Ende der Ernte werden die Blätter der Pflanzen mit einem Mulchgerät direkt über dem Boden abgemäht. So können wieder neue Blätter austreiben. Spätestens nach der 2. Ernte im folgenden Jahr ist (im Erwerbsanbau) das Ende der Lebenszeit einer Erdbeerpflanze erreicht.
Im Hausgarten kann man die Pflanze über mehrere Jahre beernten, allerdings werden die Früchte immer zahlreicher und kleiner. Deshalb wäre das Pflücken ab dem 3. Jahr im Erwerbsanbau viel zu zeitaufwändig. Immer mehr setzt sich deshalb auch der einjährige Anbau durch.

Um dem Boden nach dem Erdbeeranbau eine Erholungspause zu gönnen, werden dann mehrere Jahre lang nicht mit den Erdbeeren verwandte Kulturarten angebaut, wie z.B. Winterroggen, Kleegras, Ölrettich, Tagetes (Studentenblume). Durch diese Fruchtfolge werden zum einen  erdbeerspezifische Krankheiten und Schädlinge im Boden abgebaut und zum anderen der Boden wieder vollflächig durchwurzelt, Humus aufgebaut und Nährstoffe erschlossen. Durch den Kleeanteil im Kleegras wird zusätzlich der wichtige Nährstoff Stickstoff aus der Luft gebunden. Mit dem Anbau von Tagetes lassen sich sehr wirkungsvoll schädliche Nematoden (mikroskopisch kleine Fadenwürmer) bekämpfen.
Die Pflanzen scheiden über ihre Wurzeln Duftstoffe aus, mit denen sie die Nematoden anlocken. Sobald diese dann in die Wurzeln eindringen, setzen die Sommerblumen ein tödliches Gift frei.

Erdbeerblüte in voller Pracht

Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Der Erhalt der Bodengesundheit ist für uns das wichtigste Ziel. Deshalb ist in unserem Betrieb alles darauf ausgerichtet, dass neben einer gesunden Fruchtfolge nur möglichst bodenschonende Kulturmethoden angewendet werden. Das heißt, dass z.B. niemals bei zu nassem Boden eine Bodenbearbeitung durchgeführt wird und der Boden so wenig wie möglich bearbeitet wird, um die Bodenstruktur nicht zu zerstören.

Das bei Trockenheit notwendige Bewässern der Pflanzen erfolgt ressourcenschonend mittels Tröpfchenbewässerung direkt im Wurzelbereich der Pflanzen. Besonders die Spätfröste im April bedrohen die empfindlichen Blüten. Bereits bei –0,5°C können die Blüten erfrieren. Zum Schutz vor der Kälte werde die Erdbeerbestände deshalb ab ca. 0°C beregnet. Bei längeren Frösten bildet sich ein Eispanzer um die Blüten und die Blätter. Das Prinzip des Frostschutzes durch das Beregnen funktioniert so: In dem Moment wenn das Wasser gefriert wird Wärme frei. Da Eis ein sehr guter Wärmeleiter ist und Luft sehr gut isoliert, wird die frei werdende Wärme ständig zur Blüte transportiert und diese bei einer Temperatur von 0°C gehalten. Sobald die Temperaturen außerhalb des Feldes wieder in den Plusbereich gehen, kann das Beregnen beendet werden.